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Leiter an die Dachrinne anlehnen: Geht das sicher?

Kurz gesagt: Ja, Sie dürfen eine Anlegeleiter an die Dachrinne lehnen. Sicher ist das aber nur, wenn die Leiter oben nicht seitlich wegrutschen und nicht nach hinten kippen kann. Dafür braucht die Leiter einen festen Halt am Leiterkopf, einen Anstellwinkel von 65 bis 75 Grad und mindestens einen Meter Überstand über die Dachkante.

Fast jeder, der schon einmal eine Dachrinne gereinigt oder aufs Dach gestiegen ist, kennt den Moment: Unten steht die Leiter fest, aber oben liegt sie nur auf dem glatten Blech der Rinne. Jede Gewichtsverlagerung lässt sie ein Stück wandern. In diesem Ratgeber erklären wir, warum das so ist, was die Regeln für Leitern vorgeben und wie wir bei WeMa-Step das Problem am Leiterkopf lösen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Dachrinne ist ein zulässiger Anlegepunkt, solange sie tragfähig ist und die Leiter oben gesichert wird.
  • Die größten Risiken sind seitliches Wegrutschen, Kippen nach hinten und das Umsteigen aufs Dach.
  • Richtiger Anstellwinkel: 65 bis 75 Grad.
  • Die Leiter muss mindestens einen Meter über die Austrittsstelle hinausragen.
  • Eine Leiterkopfsicherung verbindet die Leiter oben fest mit der Dachrinne und verhindert das Wegrutschen.
WeMa-Step UNIVERSAL Leiterkopfsicherung, mit U-Winkeln in eine Dachrinne eingehängt

Darf man eine Leiter an die Dachrinne anlehnen?

Ein Verbot gibt es nicht. Entscheidend ist, dass der Anlegepunkt die Leiter sicher trägt. Die Regeln für Leitern im Betrieb, vor allem die TRBS 2121-2 und die DGUV Information 208-016, verlangen, dass Anlegeleitern gegen Wegrutschen, Umfallen und Kippen gesichert werden. Das geht unten am Leiterfuß und oben am Leiterkopf. Für Privatleute sind diese Regeln nicht verbindlich, sie beschreiben aber sehr gut, worauf es ankommt.

Was kann beim Anlehnen an die Dachrinne passieren?

Die meisten Probleme entstehen oben, nicht unten:

  • Seitliches Wegrutschen: Die Holme liegen nur auf der runden Rinnenkante. Wer sich zur Seite lehnt, um ein weiteres Stück Rinne zu erreichen, schiebt die Leiter mit.
  • Kippen nach hinten: Ist die Leiter zu steil gestellt oder wird sie beim Absteigen entlastet, kann sie sich von der Rinne lösen.
  • Verbogene Dachrinne: Liegt die Leiter zwischen zwei Rinnenhaltern auf dem dünnen Blech, kann sich die Rinne verformen.
  • Umsteigen aufs Dach: Beim Übergang von der Leiter aufs Dach und zurück wirken die größten seitlichen Kräfte. Genau hier passieren viele Unfälle.
Piktogramm zeigt: Ohne Leitersicherung kein sicherer Halt auf der angelehnten Leiter

Hält eine Dachrinne das Gewicht einer Leiter aus?

Das hängt weniger von der Rinne selbst ab als davon, wo die Leiter aufliegt. Getragen wird eine Dachrinne von den Rinnenhaltern, auch Rinneneisen genannt, die in regelmäßigen Abständen am Dach befestigt sind. Liegt die Leiter direkt über einem Rinneneisen auf, wird die Last in die Dachkonstruktion abgeleitet. Liegt sie mittig zwischen zwei Haltern auf dem Blech, trägt das Blech allein. Kunststoffrinnen sind dabei deutlich empfindlicher als Rinnen aus Zink, Kupfer oder Aluminium. Unsere Empfehlung: Prüfen Sie vor dem Aufsteigen, ob die Rinne fest sitzt, und setzen Sie die Leiter so an, dass sie möglichst über einem Rinneneisen liegt.

Dachrinne an einem mehrgeschossigen Haus, von unten gesehen

So lehnen Sie eine Leiter sicher an die Dachrinne

  1. Standfläche prüfen: Der Untergrund muss tragfähig, eben und rutschhemmend sein. Auf weichem Boden oder Gefälle braucht die Leiter eine Fußverbreiterung oder einen Höhenausgleich.
  2. Anstellwinkel einstellen: 65 bis 75 Grad. Ein einfacher Test ist die Ellenbogenprobe: Stellen Sie sich mit den Fußspitzen an die Leiterfüße und strecken Sie den Arm waagerecht aus. Ihr Ellenbogen sollte die Sprosse in Schulterhöhe gerade berühren.
  3. Überstand beachten: Die Leiter muss mindestens einen Meter über die Dachkante hinausragen, damit Sie sich beim Umsteigen festhalten können.
  4. Leiterkopf sichern: Festbinden ist an der Dachrinne kaum möglich. Deshalb gibt es Leiterkopfsicherungen, die die Leiter oben mit der Rinne verbinden.
  5. Rinne schützen: Eine gummierte Auflage verhindert Kratzer und Dellen an der Dachrinne.
Anstellwinkel von 65 bis 75 Grad durch die Geometrie der WeMa-Step Leiterkopfsicherung

Welche Hilfsmittel gibt es?

Hilfsmittel Was es leistet Grenzen
Leiterkopfsicherung (Dachrinnenhalter) Verbindet die Leiter oben fest mit der Dachrinne, verhindert Wegrutschen und Kippen Muss zur Leiter und zur Rinne passen
Dachrinnenklemmen Klemmen außen an der Rinne, die Leiter liegt dazwischen Sichern meist nur seitlich, Montage an der Rinne nötig
Wandabstandshalter Leiter lehnt an der Wand statt an der Rinne Kein Zugang zur Rinne von oben, Umsteigen aufs Dach nicht möglich
Zweite Person am Leiterfuß Hält die Leiter unten fest Sichert den Leiterkopf nicht gegen seitliches Wegrutschen
Gerüst Sicherste Lösung für längere Arbeiten Aufwendig und teuer für kurze Einsätze
Piktogramm zeigt: Mit Wemastep-Leiterkopfsicherung sicherer Halt auf der angelehnten Leiter

Unsere Erfahrung: Worauf es oben an der Rinne ankommt

Der WeMa-Step setzt genau an diesem oberen Punkt an. Die Leiterkopfsicherung wird am oberen Ende der Anlegeleiter montiert und mit zwei U-Winkeln in die Dachrinne eingehängt. Die U-Winkel liegen dabei über mindestens einem Rinneneisen auf, sind mit Moosgummi beschichtet und halten die Leiter oben fest. Die Form der Sicherung gibt außerdem den richtigen Anstellwinkel von 65 bis 75 Grad vor.

Unterschätzt wird oft der Moment des Umsteigens, und gerade Betriebe, deren Mitarbeiter täglich aufs Dach steigen, achten deshalb auf den Leiterkopf. Ein Schornsteinfeger, der unseren WeMa-Step nutzt, hat es so beschrieben: „Meine Mitarbeiter bilden das Fundament meines Unternehmens. Ihre Sicherheit steht bei mir an erster Stelle.“ Für Handwerksbetriebe ist das Thema auch eine Frage der Förderung: Die BG BAU führt mehrere WeMa-Step Modelle auf ihrer Liste förderfähigen Leiterzubehörs.

Leitersicherung Dachrinne

Welches Modell passt zu Ihrer Leiter?

Alle Modelle im Vergleich zeigen wir auf unserer Seite zur Leiterkopfsicherung für die Dachrinne. Für Betriebe haben wir alles Wichtige zu Arbeitsschutz und Förderung auf der Seite Absturzsicherung an der Leiter zusammengefasst.

Häufige Fragen

Nur mit Vorsicht. Kunststoffrinnen sind weniger belastbar als Metallrinnen. Setzen Sie die Leiter so an, dass sie über einem Rinnenhalter liegt, und prüfen Sie vorher, ob Rinne und Halter fest sitzen.

Mindestens einen Meter über die Austrittsstelle. So haben Sie beim Umsteigen aufs Dach immer etwas zum Festhalten.

Zwischen 65 und 75 Grad. Steht sie flacher, kann der Leiterfuß wegrutschen, steht sie steiler, kann sie nach hinten kippen.

Nein, die Leiter sollte nie in der Rinne stehen, sondern immer mit den Holmen an der Rinnenkante anliegen. Eine Leiterkopfsicherung übernimmt die Verbindung zur Rinne.

Vorgeschrieben ist sie für Privatleute nicht. Wer regelmäßig an der Dachrinne arbeitet, etwa beim Reinigen der Rinne, gewinnt mit einer Leiterkopfsicherung aber deutlich an Sicherheit.

Fazit

Eine Leiter an die Dachrinne zu lehnen ist üblich und erlaubt. Sicher wird es erst, wenn die Leiter unten fest steht, im richtigen Winkel lehnt, weit genug übersteht und oben gegen Wegrutschen gesichert ist. Genau für diesen letzten Punkt gibt es die Leiterkopfsicherung.

Zur WeMa-Step Leiterkopfsicherung für die Dachrinne

Quellen: DGUV Information 208-016 „Handlungsanleitung für den Umgang mit Leitern und Tritten“; TRBS 2121-2 „Gefährdung von Beschäftigten bei der Verwendung von Leitern“; BG BAU, Leiterzubehör zur Verbesserung der Standfestigkeit (Stand Juni 2026).