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Dachrinne reinigen: mit oder ohne Leiter?

Kurz gesagt: Eine Dachrinne lässt sich auch ohne Leiter reinigen, etwa mit einer Teleskopstange oder einem Sauger mit Rinnenaufsatz. Gründlich wird es aber meist erst von der Leiter aus, weil Sie nur dort sehen, was in der Rinne liegt, und festen Schmutz von Hand herausholen können. Wer zur Leiter greift, sollte sie oben an der Dachrinne sichern, im richtigen Winkel anstellen und sich beim Arbeiten nicht zur Seite hinauslehnen.

Spätestens wenn das Regenwasser über den Rand der Rinne läuft statt ins Fallrohr, ist es so weit: Laub, Moos und Schlamm müssen raus. Viele suchen dann nach einem Weg, die Dachrinne ohne Leiter zu reinigen, und das ist verständlich. In diesem Ratgeber vergleichen wir die Möglichkeiten ohne Leiter mit der klassischen Reinigung von der Leiter aus. Und wir zeigen, worauf wir bei WeMa-Step achten, damit die Leiter oben an der Rinne nicht ins Rutschen kommt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Reinigen Sie die Dachrinne mindestens einmal im Jahr, am besten im Spätherbst nach dem Laubfall.
  • Ohne Leiter klappt es mit Teleskopstange, Sauger mit Rinnenaufsatz oder einem Hochdruckreiniger mit Rinnendüse. Sie sehen dabei aber nicht in die Rinne.
  • Von der Leiter aus reinigen Sie am gründlichsten und erkennen gleichzeitig Schäden an Rinne und Haltern.
  • Die obersten drei Sprossen einer Anlegeleiter sind tabu, und der Körperschwerpunkt gehört zwischen die Holme.
  • Eine Leiterkopfsicherung hält die Leiter oben an der Rinne fest, gerade dann, wenn Sie sich beim Reinigen bewegen.
Verstopfte Dachrinne, in der Farn und Moos wachsen

Wann und wie oft sollte man die Dachrinne reinigen?

Für die meisten Häuser reicht eine Reinigung im Jahr. Der beste Zeitpunkt ist der Spätherbst, wenn die Bäume ihr Laub abgeworfen haben. Stehen große Bäume direkt am Haus, lohnt sich ein zweiter Durchgang im Frühjahr, denn dann landen Blüten, Samen und Pollen in der Rinne.

Ein paar Anzeichen verraten, dass die Rinne voll ist:

  • Bei Regen läuft Wasser über die Rinnenkante und tropft an der Fassade herunter.
  • Aus der Rinne wachsen Gras oder kleine Pflanzen.
  • Das Fallrohr gluckert, oder unten kommt kaum Wasser an.
  • An der Fassade unter der Rinne bilden sich dunkle Streifen oder Moos.

Warten lohnt sich nicht. Nasses Laub wird mit der Zeit zu einem schweren Schlamm, der das Fallrohr verstopft und die Rinne zusätzlich belastet. Im Winter kann stehendes Wasser gefrieren und die Rinne verformen.

Dachrinne reinigen ohne Leiter: Diese Möglichkeiten gibt es

Wer nicht auf die Leiter steigen möchte, hat inzwischen einige Hilfsmittel zur Auswahl. Alle haben eine Gemeinsamkeit: Sie arbeiten vom Boden aus, also ohne Blick in die Rinne.

Methode So funktioniert es Grenzen
Teleskopstange mit Rinnenaufsatz oder Dachrinnenbesen Ein gebogener Greifer oder eine Bürste am Ende der Stange schiebt Laub aus der Rinne Je länger die Stange, desto schwerer zu führen. Festen Schlamm bekommt man kaum heraus
Nass- und Trockensauger mit Dachrinnen-Set Verlängerte Saugrohre mit gebogenem Ende saugen Laub direkt aus der Rinne Funktioniert am besten bei trockenem Laub. Nasser Schlamm verstopft das Rohr
Hochdruckreiniger mit Rinnendüse Eine abgewinkelte Lanze spült die Rinne mit Wasserdruck aus Schmutz spritzt auf Dach, Fassade und Fenster. Gelöstes Laub kann ins Fallrohr gespült werden und es verstopfen
Dachrinnenroboter Ein kleines Gerät fährt durch die Rinne und schiebt den Schmutz vor sich her Muss trotzdem in die Rinne gesetzt werden, meist über die Leiter
Fachbetrieb Dachdecker oder Gebäudereiniger reinigen mit Leiter, Gerüst oder Hubsteiger Kostet Geld und braucht einen Termin

Für leichtes, trockenes Laub sind Stange und Sauger eine gute Wahl. Sobald die Rinne aber länger nicht gereinigt wurde, stoßen sie an ihre Grenzen. Dann liegt dort eine Schicht aus nassem Laub und Erde, die festklebt und sich nur von Hand lösen lässt.

Regenwasser läuft über die Kante einer vollen Dachrinne an einem Ziegeldach

Wann die Leiter die bessere Wahl ist

Von der Leiter aus sehen Sie, was Sie tun. Das klingt banal, macht aber den Unterschied. Sie erkennen, ob der Einlauf ins Fallrohr frei ist, ob ein Laubfangkorb verstopft ist und ob die Rinne irgendwo durchhängt oder undicht ist. Lockere Rinnenhalter, Risse an den Verbindungsstellen oder Rost fallen vom Boden aus niemandem auf.

Dazu kommt der feste Schmutz. Mit Handschuhen und einer kleinen Rinnenschaufel lösen Sie ihn Stück für Stück. Danach spülen Sie mit dem Gartenschlauch nach und prüfen, ob das Wasser sauber abläuft.

Person mit Arbeitshandschuhen steigt auf eine Anlegeleiter, die oben mit einer WeMa-Step Leiterkopfsicherung an der Dachrinne gesichert ist

Dachrinne sicher von der Leiter aus reinigen: Schritt für Schritt

  • Passende Leiter wählen: Nehmen Sie eine Anlegeleiter, die lang genug ist. Die obersten drei Sprossen dürfen Sie nicht betreten. Die Leiter muss also so lang sein, dass Sie die Rinne bequem von der vierten Sprosse von oben erreichen.
  • Standfläche prüfen: Der Untergrund muss eben und tragfähig sein. Auf Rasen oder weichem Boden sinkt ein Holm leicht ein, dann steht die Leiter schief.
  • Richtig anstellen: Der Anstellwinkel liegt bei 65 bis 75 Grad. Wie Sie den Winkel ohne Messgerät finden und worauf es an der Rinnenkante ankommt, erklären wir im Ratgeber Leiter an die Dachrinne anlehnen.
  • Leiterkopf sichern: Die Leiter liegt oben nur auf der runden Rinnenkante. Ohne Sicherung kann sie seitlich wegrutschen.
  • Nicht hinauslehnen: Ihr Körperschwerpunkt sollte immer zwischen den Holmen liegen. Reinigen Sie lieber ein kürzeres Stück und setzen Sie die Leiter dafür öfter um.
  • Nie von oben umsetzen: Steigen Sie zum Umsetzen immer ganz herunter. Die DGUV-Regeln für Leitern untersagen ausdrücklich, eine Anlegeleiter von oben her zu bewegen.
  • Beide Hände frei halten: Ein Eimer mit Haken an der Sprosse nimmt den Schmutz auf. So müssen Sie nichts in der Hand die Leiter hinauftragen.
  • Zum Schluss das Fallrohr: Spülen Sie die Rinne mit dem Gartenschlauch in Richtung Fallrohr. Staut sich das Wasser, ist das Rohr verstopft. Dann hilft oft eine Rohrspirale von unten.

Wählen Sie für die Arbeit einen trockenen Tag ohne Wind. Nasse Sprossen sind rutschig, und Böen wirken auf eine lange Leiter stärker, als man vom Boden aus denkt.

Fallrohr aus Metall an einer Hauswand, darunter eine nasse Stelle vom Regenwasser

Dachrinne reinigen am hohen Haus

Je höher die Rinne, desto länger und schwerer wird die Leiter. Bei einem Einfamilienhaus mit zwei Geschossen reicht meist eine Schiebeleiter oder eine mehrteilige Anlegeleiter. Bei höheren Häusern wird das Anstellen allein schwierig, und jede kleine Bewegung oben überträgt sich stärker auf die Leiter.

Gerade hier zahlt sich ein sicherer Halt am Leiterkopf aus. Wer die Rinne regelmäßig selbst reinigt, gewinnt damit viel Ruhe auf der Leiter. Liegt die Rinne über einem Wintergarten, einem Carport oder einem steilen Hang, gibt es keinen sicheren Standplatz für die Leiter. Dann ist ein Fachbetrieb mit Gerüst oder Hubsteiger die bessere Wahl.

Dachdecker im Korb eines Hubsteigers arbeitet am Dach eines hohen Backsteinhauses

Unsere Erfahrung: Das Risiko ist das seitliche Hinauslehnen

Beim Reinigen der Dachrinne steht man nicht still. Man greift nach links, dann nach rechts, zieht an einem festsitzenden Laubklumpen und lehnt sich dabei fast automatisch ein Stück zur Seite. Genau diese seitlichen Kräfte schieben eine Leiter, die oben nur auf der Rinnenkante liegt, Stück für Stück mit. Unten merkt man davon nichts, oben ist es der gefährlichste Moment.

Der WeMa-Step setzt deshalb oben an. Die Leiterkopfsicherung wird am oberen Ende der Anlegeleiter montiert und mit zwei U-Winkeln in die Dachrinne eingehängt. Die U-Winkel sind mit Moosgummi beschichtet und liegen auf mindestens einem Rinneneisen auf. So hält die Leiter oben fest, auch wenn Sie sich beim Reinigen bewegen. Die Form gibt außerdem den Anstellwinkel von 65 bis 75 Grad vor. Beim Umsetzen heben Sie die Leiter aus der Rinne und hängen sie an der nächsten Stelle wieder ein.

WeMa-Step Leiterkopfsicherung mit U-Winkeln in eine Dachrinne eingehängt, daneben das Dach mit Moos

Für Betriebe, die Dachrinnen beruflich reinigen, etwa Hausmeisterdienste oder Gebäudereiniger, ist das auch eine Frage des Arbeitsschutzes. Die Regeln für Leitern im Betrieb verlangen, dass der Leiterkopf gegen Verrutschen gesichert wird. Was dabei zu beachten ist und wie die BG BAU Leiterzubehör fördert, haben wir auf der Seite Absturzsicherung an der Leiter zusammengefasst.

Welches Modell passt für die Rinnenreinigung?

Alle Modelle im Vergleich finden Sie auf unserer Seite zur Leiterkopfsicherung für die Dachrinne. Wenn Sie auch am Flachdach, an Garage oder Wohnmobil aufsteigen, lesen Sie weiter bei der Leitersicherung für das Flachdach.

Häufige Fragen

Ja, mit einer Teleskopstange mit Rinnenaufsatz, einem Sauger mit Dachrinnen-Set oder einem Hochdruckreiniger mit Rinnendüse. Das klappt gut bei trockenem Laub. Festen Schlamm und Schäden an der Rinne erkennen Sie vom Boden aus aber nicht.

Mindestens einmal im Jahr, am besten im Spätherbst nach dem Laubfall. Stehen große Bäume am Haus, ist ein zweiter Durchgang im Frühjahr sinnvoll.

Eine Anlegeleiter, die so lang ist, dass Sie die Rinne von der vierten Sprosse von oben aus erreichen. Die obersten drei Sprossen dürfen nicht betreten werden. Oben an der Rinne sollte die Leiter gegen seitliches Wegrutschen gesichert sein.

Spülen Sie zuerst von oben mit dem Gartenschlauch. Staut sich das Wasser weiter, lösen Sie die Verstopfung mit einer Rohrspirale von der Revisionsöffnung oder vom unteren Ende aus.

Nicht ganz. Ein Gitter hält grobes Laub zurück, feiner Schmutz und Samen gelangen trotzdem in die Rinne. Außerdem sammelt sich Laub auf dem Gitter. Die Reinigung wird seltener, fällt aber nicht weg.

Fazit

Für eine schnelle Reinigung bei trockenem Laub reichen Teleskopstange oder Sauger. Gründlich und mit Blick auf mögliche Schäden reinigen Sie die Dachrinne von der Leiter aus. Dann zählen ein sicherer Stand, der richtige Winkel und ein fester Halt am Leiterkopf, damit die Leiter beim Arbeiten nicht zur Seite wandert.

Zur WeMa-Step Leiterkopfsicherung für die Dachrinne

Quelle: DGUV Information 208-016 „Handlungsanleitung für den Umgang mit Leitern und Tritten“.